Warum es Freilose gibt
Ein KO-Turnierbaum geht nur auf, wenn die Feldgröße eine Zweierpotenz ist: 8, 16, 32 oder 64. Nur dann halbiert sich das Feld in jeder Runde sauber bis zum Finale. Melden sich 12 Spieler an, ist das Feld trotzdem 16 groß. Die vier leeren Plätze sind Freilose: Wer gegen ein Freilos gelost ist, hat in der ersten Runde keinen Gegner und steht kampflos in Runde 2.
Wie viele Freilose?
Die Rechnung hat zwei Schritte:
- Feldgröße = nächste Zweierpotenz ab der Teilnehmerzahl (9 bis 16 Spieler: 16er-Feld, 17 bis 32 Spieler: 32er-Feld)
- Freilose = Feldgröße − Teilnehmer
Bei genau 8, 16 oder 32 Teilnehmern gibt es keine Freilose.
Wer bekommt die Freilose?
Die Freilose gehen an die Gesetzten, in der Reihenfolge der Setzliste: Nummer 1 bekommt das erste Freilos, Nummer 2 das zweite und so weiter. Das ist die übliche Regel, weil die Gesetzten sich über ihre Spielstärke einen Vorteil verdient haben.
Ohne Setzliste werden die Freilose ausgelost. Auch dann gilt: Die Freilose verteilen sich nach demselben Muster über den Baum, damit sie nicht alle in einer Hälfte landen.
Wo stehen sie im Turnierbaum?
Das Setzmuster legt fest, wo die Gesetzten stehen:
- Nummer 1 ganz oben, Nummer 2 ganz unten. Die beiden können sich erst im Finale treffen.
- Nummer 3 und 4 stehen in verschiedenen Hälften, frühestens im Halbfinale gegen 1 oder 2.
- Die weiteren Gesetzten verteilen sich nach demselben Prinzip auf die Viertel und Achtel.
Ein Freilos steht immer direkt neben dem Gesetzten, dem es zugeordnet ist. Dadurch treffen zwei Freilose nie aufeinander, und jedes Freilos sorgt für genau einen Spieler, der kampflos in Runde 2 steht. Diesen Spieler trägst du gleich in Runde 2 ein.
Beispiele
12 Spieler (16er-Feld, 4 Freilose)
- Freilose für die Setzplätze 1 bis 4
- 4 Erstrundenmatches: 8 gegen 9, 5 gegen 12, 6 gegen 11, 7 gegen 10
- In Runde 2 stehen die vier Gesetzten und die vier Sieger der Erstrundenmatches
9 Spieler (16er-Feld, 7 Freilose)
- Freilose für die Setzplätze 1 bis 7
- Nur ein einziges Erstrundenmatch: 8 gegen 9
20 Spieler (32er-Feld, 12 Freilose)
- Freilose für die Setzplätze 1 bis 12
- 4 Erstrundenmatches: 16 gegen 17, 13 gegen 20, 14 gegen 19, 15 gegen 18
24 Spieler (32er-Feld, 8 Freilose)
- Freilose für die Setzplätze 1 bis 8
- 8 Erstrundenmatches zwischen den Setzplätzen 9 bis 24
Grenzfall: knapp über einer Zweierpotenz
Am unangenehmsten sind Felder knapp über 8, 16 oder 32. Bei 17 Spielern ist das Feld 32 groß, es gibt 15 Freilose und nur ein einziges Erstrundenmatch (16 gegen 17). Für 15 Spieler ist die erste Runde ein Pausentag, für zwei Spieler ein zusätzliches Match.
Was du stattdessen tun kannst:
- Qualifikationsrunde: Die schwächsten Gemeldeten spielen vorab um die letzten Plätze im 16er-Feld. Das ist im Grunde dasselbe, nur ehrlicher benannt.
- Gruppenphase mit Endrunde: Erst Gruppen jeder gegen jeden, dann ein KO-Baum mit 8 oder 16 Plätzen, so wie beim Finals-Format.
- Schweizer System: Feste Rundenzahl, jeder spielt in jeder Runde, Freilose gibt es höchstens eins pro Runde bei ungerader Zahl. Mehr dazu im Artikel Schweizer System im Tennis.
Freilose und Trostrunde
Wer ein Freilos hatte, kann die erste Runde nicht verlieren und spielt deshalb auch nicht in der Trostrunde mit. Im Trostbaum bleibt an dieser Stelle ein Platz leer, der Gegner dort rückt kampflos weiter. Bei sehr vielen Freilosen lohnt sich die Trostrunde deshalb nicht: Es braucht mindestens zwei gespielte Erstrundenmatches. Mehr dazu im Artikel Trostrunde im Tennis-KO-Turnier.
Turnierbaum mit Freilosen erstellen
Im Turnierbaum-Generator gibst du die Namen in der Reihenfolge der Setzliste ein, und die Freilose werden automatisch nach diesem Muster verteilt, für 4 bis 64 Spieler. Kostenlos, ohne Anmeldung, zum Drucken oder als Excel-Datei.
Für die ganze Vereinsmeisterschaft mit Anmeldung, Spielfristen, Ergebnissen und optionaler Trostrunde gibt es das KO-Turnier in sinnet. Alle Funktionen im Überblick: Turniersoftware für Tennisvereine.