Das Problem: Die Hälfte fliegt nach einem Match raus
Im klassischen KO-Turnier scheidet jeder Verlierer sofort aus. Bei 16 Teilnehmern ist für acht Spieler die Vereinsmeisterschaft nach dem ersten Match vorbei, oft nach einer knappen Niederlage gegen einen Gesetzten. Genau diese Spieler melden sich im nächsten Jahr seltener an.
Die Trostrunde (auch Nebenrunde oder Consolation genannt) löst das: Wer in der ersten Runde verliert, spielt in einem zweiten Turnierbaum weiter. So hat jeder Teilnehmer mindestens zwei Matches, und es gibt einen zweiten Sieger, den man bei der Siegerehrung auszeichnen kann.
Wer spielt in der Trostrunde?
Die verbreitetste Variante im Verein: Alle Verlierer der ersten Hauptrunde bilden die Trostrunde. Sie ist ein eigenes KO-Turnier mit halb so vielen Plätzen wie die Hauptrunde.
- 16er-Feld: 8 Verlierer der ersten Runde, Trostrunde mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale
- 32er-Feld: 16 Verlierer, Trostrunde mit vier Runden
- 8er-Feld: 4 Verlierer, Trostrunde mit Halbfinale und Finale
Es gibt aufwendigere Varianten, bei denen auch Verlierer der zweiten Runde nachrücken. Für ein Vereinsturnier sind sie selten nötig: Sie machen den Zeitplan unübersichtlich, und die Spieler aus Runde zwei haben ohnehin schon zwei Matches.
Freilose: Wer kein Erstrundenmatch hatte, kann es nicht verlieren
Ist das Feld nicht voll, bekommen die Gesetzten ein Freilos und steigen in Runde zwei ein. Für die Trostrunde heißt das: Zu jedem Freilos gehört ein leerer Platz im Trostbaum, weil es aus diesem Match keinen Verlierer gibt. Der Gegner dieses leeren Platzes rückt in der Trostrunde kampflos weiter.
Bei sehr vielen Freilosen lohnt sich die Trostrunde nicht mehr. Ein Beispiel: 9 Spieler im 16er-Baum ergeben nur ein einziges echtes Erstrundenmatch. Als Faustregel braucht es mindestens zwei gespielte Erstrundenmatches, sonst besteht der Trostbaum fast nur aus Freilosen.
Zeitplan: Trostrunde parallel zur Hauptrunde
Die Trostrunde startet, sobald die ersten Verlierer feststehen, und läuft dann eine Runde versetzt neben der Hauptrunde mit:
- Runde 1 der Trostrunde wird parallel zu Runde 2 der Hauptrunde gespielt
- Runde 2 der Trostrunde parallel zu Runde 3 der Hauptrunde
- und so weiter, bis beide Finals feststehen
Bei einer Vereinsmeisterschaft mit Spielfristen bekommt jede Trostrunde einfach die Frist der nächsten Hauptrunde. So endet die Trostrunde gleichzeitig mit dem Hauptfeld, und beide Finals können am selben Finaltag stattfinden.
Tipps für die Organisation
- In der Ausschreibung ankündigen: „Verlierer der ersten Runde spielen eine Trostrunde“ ist ein gutes Argument für Spieler, die sich sonst nicht anmelden würden.
- Teilnahme ist Pflicht oder freiwillig? Legt vorher fest, ob ein Verlierer absagen darf. Eine Absage wirkt in der Trostrunde wie ein Freilos für den Gegner.
- Eigener Preis: Ein kleiner Preis für den Sieger der Trostrunde macht die Nebenrunde spürbar ernster.
- Gleiche Zählweise: Spielt Haupt- und Trostrunde im gleichen Modus, zum Beispiel zwei Gewinnsätze mit Match-Tiebreak. Kürzere Matches in der Trostrunde wirken schnell wie zweite Klasse.
Trostrunde mit sinnet
In sinnet ist die Trostrunde eine Option beim Anlegen des KO-Turniers. Die Verlierer der ersten Runde werden automatisch in den Trostbaum eingetragen, Freilose werden berücksichtigt, und die Fristen übernimmt die Trostrunde von der jeweils nächsten Hauptrunde. Spieler sehen Haupt- und Trostrunde als zwei Turnierbäume nebeneinander, das Turnier ist abgeschlossen, wenn beide Finals entschieden sind.
Wer erst einmal nur den Turnierbaum braucht, findet ihn kostenlos und ohne Anmeldung im Turnierplan-Generator. Für die ganze Vereinsmeisterschaft mit Anmeldung, Spielfristen und Ergebnissen gibt es die Turniersoftware für Tennisvereine.